Prinz gelehrter Leyer-Lieder Herzog deiner Sternenbrüder! laß mir deinen Einfluß fliessen! Ach! wer itzt in Aganippen
möchte baden seine Lippen an Parnassens nassen Füssen! Kämen doch die Pegas-brunnen mit der Pegnitz itzt gerunnen
die da Geister giessen ein! ach! da wolt ich trunken werden! da solt recht besungen seyn Dafne unsre Zier der Erden.
Zwar ob Föbus nit will scheinen: Ich weiß hier der Föben einen der auch Geistern gibet Feuer; dessen Ruhm-Liecht Sonne-strahlet
und sein Stam̄haus Himmel-mahlet; der auch spielt auf Föbus Leyer. Und es kan in Schäfer-gründen seine Gunst den Geist entzünden
stärker als der Helikon. Eine Dafne wir auch kennen die wie Hyperions Sohn er anschauet mit Entbrennen.
Spielt mir nun ihr Musen-Träume! was zeigt hier der Prinz der Bäume? was blickt von der Lorbeer-Läube? Ists das Bildnis von Evadne?
Cadmus-Schwester? Ariadne? Ists Oenone wie ich gläube? Eine solche Zier anstünde Cepheus deinem Wunder-Kinde!
ob es Tyndaris auch ist? Nein! in diese schönst-geschaffne alle Zier zusammen fliest: Es ist unsres Dafnis Dafne.
Preist ihr Sänger bey den Heerden! diesen Himmel dieser Erden. Seht ein Göttlichs Angesichte! wo sich Ernst und Huld vermählen
und sie sonder Red’ empfehlen. Hier ist Inhalt zum Gedichte! hier sich Amor selbst ergetzet und ihm auf die Stirne setzet
einen Thron von Helfenbein. Dort er Pfeile pflegt zuspitzen auch der Augen Blick und Schein: unsren Dafnis wund zuritzen.
Sind wol diß der Flora Wangen? seht den Schnee der Liljen prangen eingemängt in Rosenblätter! der Rubinen-Mund im Lachen
Perlen sichtbar pflegt zumachen: zeigt ein Kleinod vor die Götter. Zwischen blanker Locken Seide blinket diese Augenweide
wie Aurora wann von ihr wird der weisse Tag gebohren. Unsrem Dafnis solche Zier die Natur hat zuerkohren.
Lebends Marmor das man schauet eine Schönheit-Seul’ hier bauet eingeädert mit Saffiren: Hals und Nacken schnur-recht windet
und den Busen doppelründet; einen Wunder-bau zuführen. Händ’ und Arme ziert Alpaster macht die Schönheit noch verfasster.
Und das mehr! ein grosser Geist blickt aus aller dieser Zierde; die ein’ Edle Herberg heist dieses Gasts von gleicher Würde.
Sie ist in so zarter Jugend reif schon an Verstand und Tugend zeigt zugleich die Frücht und Blüte. Von des Mundes lieben Lippen
aus den schönsten Purpurklippen schallt ein himmlisches Gemüte. Süsses Sehen freundlichs Lachen diese Schönheit schöner machen.
Also sichs von Göttern stammt: in der theuren Fürstinn Kinde solche Mutter-flamme stammt die ein solches Herz entzünde.
Solt ein Föbus nicht entbrennen? solt er lieben nicht nur kennen so ein B Dafnis diese soviel Gaben
Dafnis soll die Dafne haben: daß Sie sein Haus Lorbeer-kröne. Alle ihres Hauses Zierden alle hohe Ankunft-Würden
Dafne bringt dem Dafnis mit. Ehr sie bringet und wird finden. Palm- und Lorbeer-Laub man siht sich in Einen Kranz verbinden.
Dafne nun du Zier der Erden! du solst was du heisest werden. Eingepfropft dem Palmen-Stam̄en mach Ihn ewig grünen zweigen
und stäts Lorbeer-Kronen zeugen. Dafnis! Dafne! wachst zusammen! Himmels-Wärm’ und Erden-Fette segne allzeit eure Stätte
wo ihr mit der Wurzel geht. Wachst hin zu den Sternenfeldern! Bis Ihr endlich herrlich steht dort in den Elyser-Wäldern.
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