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1883

Traumsommernacht

Otto Julius Bierbaum

Sommernacht, Traumsommernacht ... Die Brunnen rauschen leise, Die Trauerweide wiegt sich sacht; Nun steigt der Mond in voller Pracht

Empor zur Wolkenreise. Traum und Frieden ... Was hienieden Unruhvoll das Herz verstört,

Senkt sich in des Traumes Tiefen. Und der Ruhe Geigentöne, Die in Tages Lärme schwiegen, In der heißen Helle schliefen,

Seelentiefe, seelenschöne, Kommen nun heraufgestiegen, Werden nun gehört. Sommernacht, Traumsommernacht ...

Ein Rauschen lieb und leise, Die Seele wiegt sich süß und sacht Nach ihrer Geigenweise: Traum und Frieden ...

Hingeschieden Alles was uns traurig macht. Sterne glimmen, Wolken schwimmen,

Und das Märchen ist erwacht.

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Traumsommernacht · Otto Julius Bierbaum · Poetry Cove