Skip to content
1883

Gebet des geschienten Ritters im Felde

Otto Julius Bierbaum

Herr Gott im Himmel, hör mich an! Sitzend muß ich beten, weil ich nicht knieen kann, Und auch die Hände falten, Das kann ich nicht;

Ich muß die Lanze halten Zur Brust mir dicht. Nun höre, was ich bete, Lieber Gott und Herr:

Zu Bette liegt die Grethe, Der machs nit schwer: Sie will ein Kind mir bringen, Mägdlein oder Sohn:

Das laß du wohl gelingen, König auf deinem Thron! Sonst hab ich nichts zu beten, Ich muß im Felde stehn, –

Nur das mit Grethen Laß wohl geschehn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Gebet des geschienten Ritters im Felde · Otto Julius Bierbaum · Poetry Cove