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1883

Erste Blüten, erster Mai

Otto Julius Bierbaum

Lange schlug das Herz mir dumpf Und in faulen Schlägen, War ein tangbedeckter Sumpf Ohne Wellenregen.

Bunte Blumen blühten rings, Und ich ging vorüber; Wissenschaft, die graue Sphinx, Gab mir Nasenstüber.

Wissenschaft, die graue Sphinx, Mag der Teufel holen; Euch, ihr Blüheblumen rings, Sei mein Herz befohlen.

Sonnevoll ist mein Gemüt, Eine grüne Wiese, Drauf es singt und springt und blüht, Wie im Paradiese.

Eine Geige klingt in mir, Glockenklar und leise ... „Oh du allerschönste Zier! ...“ Wundersame Weise.

Glück und Glanz und Glorienschein Ueber allem Leben, Und die ganze Welt ist mein, Mir zu Lehn gegeben.

Und mein Herz haucht Liebe aus, Alle Not verendet, Sorge, Sünde, Haß und Graus Sind in Glück gewendet.

Dumme, holde Träumerei, Immer kehrst du wieder: Erste Blüten, erster Mai, Schwärmerische Lieder.

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