Skip to content
1887

David im Schäferhute

Otto Julius Bierbaum

Es rauscht der Wind. Lauf, laufe geschwind Zu mir, mein Kind, Knabe im Schäferhute!

Nach deiner Schönheit ist mir heiß zumute. O laß mein Herz an deinen Wangen kühlen! Ich will, o Kind, Ich will, ich Wind,

Ich will in deinen krausen Haaren wühlen. Mein Herz ist schwer. Lauf, laufe geschwind! In meinen Schoß komm her!

Ich will deinen Frühling fühlen. In einem hellen Saal, Dame, sah ich dich einmal, Schön warst du, lauter Seide:

Rauschen, Glänzen, Licht. Deine Augen, das lebendige Geschmeide, Schöner als alles, das je ich sah, Warben um einen Mann

Mit goldenen Blicken wie schwärmende Bienen. Warum sahst du ihn so an? Mich sahst du nicht. Schön bist du mir, ach, und schändlich erschienen.

Und ein Mann ward ich da, Nicht dir zu dienen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
David im Schäferhute · Otto Julius Bierbaum · Poetry Cove