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1841

2.

Luise Büchner

Der Morgen graut im heim'schen Abendlande, Ein Kauffartheischiff naht dem sich'ren Port, Des Kaffees Frucht von jenes reichen Pflanzers Plantagen trägt es wohlverwahrt an Bord;

Gepackt in Säcke, die das arme Mädchen Mit den Genossen trauernd hat gewebt, An jedem eine bitt're Thränenquelle, An jedem banger Schrei nach Freiheit klebt!

Und sieh, wie man auf Gräber Blumen pflanzet, So, auf die rauhen Säcke, sonst verkannt, Streut wie versöhnend tausend bunte Blüthen De weißen Frauen kunstgeübte Hand. –

Der Thränen Spur, wohl ist sie auszutilgen, Doch ach, ihr Quell rinnt stets noch unversiecht! Soll das Geweb' nur sich mit Blumen schmücken, Indess' im Sclavenbann der Weber liegt?

O, möchten Bürge diese Kränze werden, Daß Allen bald der Freiheit Krone winkt, Daß auf den Schätzen, die der West uns sendet, Nicht mehr des Schwarzen bitt're Thräne blinkt,

Daß euch, ihr Frau'n, wenn eure Hand behende Die Nadel führt, die bunten Farben wählt, Dies rauh' Gespinnst mit leisen Geisterworten Nicht mehr der schwarzen Schwestern Leid erzählt!

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