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1844

Der Springbrunnen.

Charles Baudelaire

Dein Auge, armes Lieb, ermattet, Die Wimpern senkend ruhe lang Von müder Anmut überschattet, Nun dich die Freude ganz bezwang.

Der Springbrunn, der im Hofe flüstert, Uns Tag und Nacht sein Murmeln schenkt, Bleibt dem Entzücken hold verschwistert, In das die Liebe mich versenkt.

Der Strahl, der schlank sich hebend In Garben blüht, Drin Phöbe Flimmer webend So sanft erglüht,

Fällt, Tränen niederbebend, Im Duft versprüht. So schwingt, entzündet von dem Funken Der Lust, die deinen Busen schwellt,

Sich deine Seele kühn und trunken Zu ferner Himmel Lichtgezelt. Dann sinkt sie im Vergehen wieder In einer Flut von bangem Schmerz,

Die unsichtbaren Pfads hernieder Hinabtropft in mein tiefstes Herz. Der Strahl, der schlank sich hebend In Garben blüht,

Drin Phöbe Flimmer webend So sanft erglüht, Fällt, Tränen niederbebend, Im Duft versprüht.

O du, so schön in nächtgen Schatten, Wie süß hört, über dich geneigt, Die Klage sich, die ohn Ermatten Vom Marmorbecken weinend steigt!

Mond, heilges Dunkel, Wasserschauer, Gezweig, aus dem ein Rauschen quillt – Die reine Schwermut eurer Trauer Ist meiner Liebe Spiegelbild.

Der Strahl, der schlank sich hebend In Garben blüht, Drin Phöbe Flimmer webend So sanft erglüht,

Fällt, Tränen niederbebend, Im Duft versprüht.

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