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1832

In Potsdam

Louise Aston

Vom Dome hallen Glockenklänge – Stille Andacht überall, Gläubig singt des Volkes Menge Zu der Orgel hellem Schall;

Dort in einsamer Kapelle An des Altars heilger Schwelle Knie'n die Allerhöchsten Sünder, Gottes auserwählte Kinder.

Was sie beten, was sie flehen? Ihre bleiche Lippe spricht: „Jetzt, da wir am Abgrund stehen, Jetzt – nur jetzt verlaß' uns nicht!

Unser Purpur will erbleichen, Unsre Macht zerfällt in Scherben; Lass' mit Blute sonder Gleichen Uns den Purpur wieder färben!“ –

Mögen sie zum Himmel beten Und mit neu gestärktem Muth Eines Volkes Recht zertreten, Pochend auf des Höchsten Huth:

Taub und schwach sind ihre Götter, Taugen nur zum Spiel der Spötter; Doch der Geist, der ewig freie, Gibt dem Volk die Siegesweihe!

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