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1690

Die ewige Ehe.

Gottfried Arnold

Wie angenehm ist doch Ein freudiges Andencken Wenn sich die unverrückte Lieb Mit ihrem zärtlich sanfften reinen Trieb

Auff lauter Ewigkeit kan lencken Daß sie nicht unterworffen bleibt der Zeiten Joch. Gemeiner Ehe Band Kan nicht viel Jahre stehen.

Sie ist auff sterblich Fleisch gegründt Das wol ein Paar auff kurtze Zeit verbindt Doch mit dem Tode muß zergehen. Geschweige was sich sonst vor Trennung offen fandt.

Alein des Geistes Ehe Ist glücklich zu benennen. Sie geht weit über allen Tod Wird immer fester in so mancher Noth

Kan ewig keine Scheidung kennen. Sie weiß daß auch im Tod ihr erst recht wol geschehe. Wie solt ich nun mein Glück Nicht schätzen und erheben

Da meinem sonst entzognen Sinn Ein süsses Band zieht immer nach sich hin In Göttlich reiner Eh zu leben. Diß macht mich gantz von andrer Lieb und Ehe ruhn.

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