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1690

97.Spatzier-Gedanken.

Gottfried Arnold

Ihr Hügel die ihr mich noch kennet Erinnert euch der grossen Lust die jenesmahl mir war bewust Als ich das Paradiß euch nennet.

Ihr Auen die ihr kont ergetzen Vergönnet mir daß ich die Freud Die mir der Herr bey euch bereit Dem Edens-Platz mag ähnlich schätzen

Da spielte der Einfalt vollkommene Treue Und knüpffte die Bande der Hertzen auffs neue. Es musten frohe Lieder schallen Die Vögel musten Zeugen seyn

Der schnelle Bach der stimmte ein Gott könt der Umbgang wol gefallen. Die Creatur must uns bedienen Es lacht uns alles lieblich an

Wir traten auff der Liebe Bahn Und lobten unsern Gott im grünen Man hatte der Städte Getümmel vergessen Und ware den Sorgen und Kummer entsessen.

Ihr Zweige laßt die Blätter fallen Die ihr damahls so schön geblüht Und nun die Kräffte einwärts zieht. Doch soll bey euch noch wieder schallen

Nach dem ihr lang betrübt gesehen Was der und jener liebes weiß Und was er weiß von Gottes Preiß. Ihr sollt bald wieder grünend stehen

Wenn euch die erhöhete Sonne anblicket Und unsere Sonne die Hertzen erquicket. Die Hoffnung soll mir nimmer fehlen Daß mir ein Frühling wieder grünt

Und mir mit frischen Rosen dient. Ich will nicht mehr die Stadt erwehlen Und überall gebunden stehen; Ich weiß noch endlich frey zu seyn

Und in das freye Feld hinein Mit dem was ich erwehlt zu gehen. Ich gehe zur Freyheit auff guldenen Stuffen Das Echo soll itzo entgegen mir ruffen.

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