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1690

91.Der Liebes-Trieb.

Gottfried Arnold

Ach ziehe mich ach ziehe mich hinein O Abgrund sonder Maß o Brunnquell aller Huld! Geliebter Schmertz versüßte Pein! Du Zucker-Guß du Necktar-Fluß!

Womit hab ich den Himmels-Kuß Und tiefsten Eindruck deiner Lieb verschuld? Ich weiß nicht wer ich bin. Ich bin in meinem Sinn

Ein faules Aas ein todter Hund Den Sünden-Fäulniß machet wund Und dennoch liebt dein Liebes-Bund Mit Hertz und Mund den todten Hund!

Du soltest nicht einmahl berühren mich ja ewiglich Sollt mich dein Fuß von dir weg stossen. Und siehe du kanst liebekosen Mich armen Wurm so süßiglich!

Wolan so fahre fort erfüll dein treues Wort. Der Abgrund der Barmhertzigkeit Hegt manches Hertz das du erfreut. Darein will ich versuncken seyn

Ach! ziehe! ziehe! mich hinein!

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