Wo flieh ich hin wo soll ich bleiben?
Wo wird die süsse Stille seyn
Da ich mich könte schliessen ein
Und mich nicht lassen mehr umtreiben
Die Unruh dieser äussern Dinge?
Ist keine Einsamkeit bereit
Darinn ich Gott ein Lob-Lied singe
Der von Zerstreuung mich befreyt?
Mein Geist will in die Wüsten ziehn
Und wünscht ihm Dauben-Flügel an
Weil er vor Angst nicht bleiben kan
Da wo die Menschen sich bemühen
Von Gott noch weiter weg zu gehen
Und niemals bey sich selbst zu seyn.
Ich kan den Jammer nicht mehr sehen
Und bleibe selbst dabey nicht rein.
Drum fort O Seel entzeuch geschwinde
Dich der Gesellschafft dieser Welt.
Zerreiß was dich gefangen hält
Damit dein Fuß die Ruhe finde
Wo kein Geräusche dich verstöhret
Kein Zuspruch Sorgen und Verdruß
Den Umgang dir mit Gott verwehret
Der hier offt unterbleiben muß.
Ich freu mich schon auff eine Kammer
Die mich in sich verschliessen wird
Und durch den engen Raum abführt
Von aller Unruh Streit und Jammer
Die grosse Städt und Schlösser haben
Hier soll nur meine Ruhstatt seyn
Da Sicherheit und Fried mich laben
Und kein Unfriede bricht herein.
Nun will ich erst recht singen beten
Und in die Andacht kommen weit
Weil ich nicht durch so viel zerstreut
Vor Gott mit stillem Geist darff treten.
Da soll kein Feind mich hindern können
Ich geh in Canaan schon ein
Mein Paradis soll man es nennen
Hier will ich auch begraben seyn.