Skip to content
1690

129.Das anmuthige Endlich.

Gottfried Arnold

Endlich soll das frohe Jahr Der erwünschten Freyheit kommen! Seht! Der Geist wirds schon gewahr Hats im Vorrath angenommen.

Seht! Er triumphiret schon Geht einher in Sieges Kräntzen Wartend bey der Feinde Hohn. Auff den neu bekrönten Lentzen.

Freunde nicht Feinde die sollens erblicken Langes Verlangen soll Kinder erquicken. Endlich wird das Seufftzen still Und das Hertze ruhig werden

Wenn Papa es haben will Daß die Lieben die bewährten Auß dem finstern Kercker gehn Band und Eysen von sich schmeissen

Und nicht mehr von ferne stehn Sondern Ihn in einem preissen. Harte Chaldeer ihr müsset uns weichen Laodiceer ihr sollt wol erbleichen.

Endlich wird man Pflanzen sehen Gott zu Preiß in seinem Garten Wenn man wird bey Paaren gehn Und nicht mehr in Hoffnung warten

Sondern eins dem andern wird Können seine Führung zeigen Jeder wird als nur ein Knecht Allen in der Demuth weichen:

Weichen sich beugen zur Einigkeit Bande Singen und springen in lieblichem Lande. Weg Vernunfft und Zweiffel-Wind Eigen Lieb und eigen Ehre!

Wer hier nichts in Einfalt findt Wiß daß er die Hoffnung stöhre Und der Liebe Schmack verdarb Die doch unvermischt soll bleiben.

Was in ihr noch scheinet hart Kan uns nicht in eins eintreiben. Stille! Der Wille des Vaters wird zeigen Allen Gefallen bey kindlichem Schweigen.

Wenn der Schnee verschmoltzen ist Pflegt der Blumen Zier zu blicken: Wenn du auß dem Winter bist Wird der Lentz die Kräntze schicken

Die noch jetzt verderbet stehn Doch nach kalten Schnee und Winden Soll dein Fuß spatziren gehn Tausend Blumen einzuwinden

Rosen Liebkosen der himmlischen Blüthe Engelsüß dort genieß seligster Güte. Endlich wirstu dennoch Braut Und dein Bruder Bräutgam heissen.

Wer dich jetzt in Neid anschaut Wird dich endlich selig preisen. Endlich muß der Himmel auch Ein beliebtes Ja-Wort sagen

Und wer sonst nach Welt Gebrauch Niemals hier was wollen wagen. Endlich unendliche Herrlichkeit bringt. Endlich die endliche Trübsal verschlingt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
129.Das anmuthige Endlich. · Gottfried Arnold · Poetry Cove