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1806

Wacht auf mit innern Sinnen

Ludwig Achim von Arnim

Wacht auf mit innern Sinnen, Erhebt die Augenlieder, Von denen Thränen rinnen, Von Innen strahlts hernieder:

In tiefe Kerkernacht Unsichtbar Lauernden, Strahlt frei des Herren Macht, Unschuldig Trauernden.

In Geistes Dämmerungen Naht euch der Unerreichte, Hat euer Herz durchdrungen, Daß Geist vom Geiste leuchte;

In seiner Gnade Macht Strahlt der Verachtete, Er hat ans Licht gebracht, Schuldlos Umnachtete.

Ihr hebt die trüben Blicke Hinauf zu dunklen Fernen, Sie bauen euch die Brücke, Aus ewgen Himmelssternen:

Ein jeder Blick zum Herrn Vom still Erliegenden, Glänzt hell als ew'ger Stern Am Thron des Siegenden.

Er braucht nicht Menschenhände, Mit seinen Gnadenworten Durchbricht er Kerkerwände, Und öffnet Himmelspforten:

Was euch geschieht auf Erden, Ihr schuldlos Leidenden, Wird reich vergütigt werden Euch selig Scheidenden.

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