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1806

Liebes-Noten

Ludwig Achim von Arnim

Wahres Lieben, süßes Leben, Wo zwei Herzen eins nur sind, Wie zwei Turteltäublein schweben, Die ein treues Band verbind,

Wo die Lieb den Chor anstimmet, Und die Treue giebt den Takt, In dem Blut die Freude schwimmet, Und der Puls auf Lauten schlagt.

Wo die Spröde muß pausiren, Wenn die Lust ein Solo singt, Wenn die Aeuglein pizikiren, Bis der Lieb ein Saite springt,

Wenn die Herzen konkordiren, Und schön singen in dem Ton, Wird der Mund auch sekundiren, Und ein Kuß giebt ihm den Lohn.

Will ein Ton ins Kreuzlein steigen, Will ein B wie Weh erschalln, Mag aufs Herz der Finger zeigen, Und Musik ganz leise halln,

Weil die Noten in zwei Herzen Einfach stehen in der Terz, Laß uns ganz piano scherzen, Und allegro leiden Schmerz.

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