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1806

Espenzweigelein

Ludwig Achim von Arnim

Hätt mir ein Espenzweigelein Gebogen zu der Erden; Den liebsten Bulen, den ich hab, Der ist mir leider allzuferne.

Er ist mir doch zu ferne nicht, Bei ihm hab ich geschlafen; Von rothem Gold ein Fingerlein Hab ich in seinem Bett gelassen.

Und da ichs da gelassen hab, Will ichs auch wieder bekommen; Und thun, als ob ichs bei mir hätt, Und wär mir keinmal genommen.

Ja zwischen Berg und tiefe Thal Da geht ein enge Straße: Wer seinen Buhl nicht haben will, Der soll ihn allzeit fahren lassen.

Scheid dich nit Herzensdöckelein, Von dir will ich nit weichen; Hab Andre lieber nit als mich, Im Reich findt man nit dein's Gleichen.

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