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1806

Der traurige Garten

Ludwig Achim von Arnim

Ach Gott, wie weh thut Scheiden, Hat mir mein Herz verwundt, So trab ich über Heiden, Und traure zu aller Stund,

Der Stunden der sind alsoviel, Mein Herz trägt heimlich Leiden, Wiewohl ich oft fröhlich bin. Hät mir ein Gärtlein bauet,

Von Veil und grünem Klee, Ist mir zu früh erfroren, Thut meinem Herzen weh; Ist mir erfrorn bei Sonnenschein

Ein Kraut Je länger je lieber, Ein Blümlein Vergiß nicht mein. Das Blümlein, das ich meine, Das ist von edler Art,

Ist alller Tugend reine, Ihr Mündlein das ist zart, Ihr Aeuglein die sind hübsch und fein, Wann ich an sie gedenke,

So wollt ich gern bei ihr seyn. Mich dünkt in all mein Sinnen, Und wann ich bei ihr bin, Sie sey ein Kaiserinne,

Kein lieber ich nimmer gewinn, Hat mir mein junges Herz erfreut, Wann ich an sie gedenke, Verschwunden ist mir mein Leid.

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