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1806

Bibliothek

Ludwig Achim von Arnim

Da sitz ich nun so manchen Tag Ganz müssig vor den Schräncken, Weil ich kein Buch mehr lesen mag, Weil mich die Worte kräncken.

Ich hör kein Wort von Ihm und Ihr, Verschlossen ist die Kerkerthür. Ich sehe voll Bewundrung an Dies schlechte Buch mit Schwäncken

Wie einer sowas schreiben kann Ich kann's nicht überdencken Ich denck und schreib' an ihn an Sie, Und beug' zum Beten meine Knie.

Wie soll ich Ordnung bringen hier In so viel tausend Bände? Des Feuers Ungeduld in mir Wirft Blicke hin wie Brände;

Es brennt in mir nach Ihm nach Ihr, Verbrennen möcht ich alles hier! Ich sprech' wie jener Muselmann Von den Bibliothecken:

„Was gut, im Koran treff ich's an, Das andre sind Schartecken,“ Was ich nicht find in Ihm in Ihr Ist unwerth das ichs registrir.

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