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1806

17. Hochzeitmittag

Ludwig Achim von Arnim

Wenn die Seele sich befindet In des Bräutgams Keller stehn, Wird sie als vom Wein entzündet, Jauchzens voll einherzugehn,

Daß ihr Leib und ganzer Geist Trunken und entzücket heißt. Alsdann wird sie aufgezogen, Und in stille Luft geführt,

Aus den wilden Meereswogen, Aus den Dingen, die sie spürt. Unerträglich leer zu seyn, Wenn die Sinnen dringen ein.

Alles liegt zu ihren Füssen, Was zu dieser Welt gehört, Ja sie kann auch leichtlich missen, Was durch guten Schein bethört;

Denn sie hat den klugen Geist, Der ihr bessre Güter weist. Wie ein Trunkner liegt sie stille, Der wie unempfindlich scheint,

Daß der sonst zertheilte Wille Aufgeopfert nicht mehr meint, Als nur Gott und seine Kraft, Die den Sohn der Liebe schafft.

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