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1814

Sternengruß

Ernst Moritz Arndt

Wandelt ihr, liebe Sterne am Himmel, Herauf so licht und hehr? Ich weiß zwei schönere Sterne, Die brennen mein Herz so sehr.

Ihr kommt wohl jeglichen Abend Und bringt die süße Ruh', Dann schließet ihr wieder am Morgen Die goldnen Äuglein zu.

Meine Sterne die scheinen am Abend, Sie scheinen um Mitternacht, Sie scheinen am hellen Mittag Und wann der Morgen erwacht.

Meine Sterne sind zwei blaue Augen, Die trägt ein holdiges Kind; Da hinein muß ich ewiglich schauen Und schaue mich krank und blind.

Wandelt hin nun, Sternlein am Himmel, Und sagt es dem Kindlein fein, Ich muß vor Traurigkeit sterben, Wendet sie von mir den Schein.

Wandelt hin nun, Sternlein am Himmel, Und sagt es dem Kindlein fein, Ich bin in dem Paradiese, Will sie mein eigen sein.

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