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1814

Melittion

Ernst Moritz Arndt

Das Wasser lockt aus dem tiefen Meer Das Licht; Es hebt sich brünstig hinauf, doch leer Wird's nicht.

So ist es auch mit der Liebe bestellt – Du Herz, das süße Empfindung schwellt, Du deutest, was sich nicht spricht. Im Menschenantlitz, da locket tief

Die Glut, Die alles freudig zu Leben rief Und Mut, Die Sonnen ballte und Erden geschmückt

Und Ströme strudelnd zum Meer geschickt, Die Liebe selig und gut. O süße Glut, die mich heiß verzehrt In Pein!

O Licht, das hell ihr Gesicht verklärt Mit Schein! Dein Brennen und Leuchten ich alles versteh', Tut mir im tiefsten Busen so weh

Die Jungfrau lieblich und fein. Ihr Aug' hat heller als Morgenrot Den Strahl, Ihr Zorn brennt bittrer als bittrer Tod

Durch Stahl; Doch wenn sie einmal nur freundlich gelacht, Verschmäht um sie, was unsterblich macht, Den goldnen Götterpokal.

Doch trägt der Himmel des Auges Schmerz Im Blick, Gleich fliehet alles ins tiefe Herz Zurück.

O Liebe brünstig wie Wasser und Licht! O süßer Schein von dem Menschengesicht, Wer spricht dein Weh und dein Glück?

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