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1814

Gottes Geist

Ernst Moritz Arndt

O Gottes Geist und Christi Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist, Der uns die dunkle Erdennacht Durch seine Lichter helle macht.

Du Hauch, der durch das Weltall weht Als Gottes stille Majestät, Du, aller Lichter reinstes Licht, Erleucht' uns Herz und Angesicht.

Komm, leuchte mit dem Gnadenschein Hell in die weite Welt hinein, Komm, mach' uns in der Finsternis Des lichten Himmelswegs gewiß.

Ach! Hier ist alles Staub und Nacht, Die Wahn und Sünde trübe macht, Ach! Hier ist alles Not und Tod, Geht uns nicht auf dein Morgenrot.

Das Morgenrot der bessern Welt, Das wie ein Strahl vom Himmel fällt, Als Gottes Macht und Gottes Lust Durchblitzt die kranke Menschenbrust.

O Gottes Geist und Christi Geist, Der uns wie Kinder beten heißt, Der uns wie Kinder glauben heißt, O komm! o komm, du Heil'ger Geist!

Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht! Komm, gieße deinen Gnadenschein In Seele, Sinn und Herz mir ein.

Dann wandl' ich wie ein Kind des Lichts Im Glanze deines Angesichts Schon meinen kurzen Erdenlauf Stets himmelein und himmelauf.

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