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1814

Die Sprache Teuts

Ernst Moritz Arndt

Von hohen Zungen, Die tönten wie der Silberklang aus Schwänen, Ist mir erklungen Ein süßer Klang voll Lieben und voll Sehnen;

Der Knabe lauschte Tief staunend, was von ferne, Gleichwie ein Jubellied der Sterne, Gewaltig rauschte.

Das war dein Brausen, Du stolze Sprache Teuts, die Blitz und Wetter Und Sturmessausen Und der Kanonen schallendes Geschmetter

Vermählt dem Säuseln Der Wellen, die im Lenze Leicht angehaucht die Ringeltänze Auf Bächen kräuseln.

O Donnerfrohe! O tapfre Heldenbraut der schnellen Blitze, Wie jede Lohe Des Feuers aufzuckt zum gestirnten Sitze,

Fliegt stolze Minne In Tönen und in Worten, Und stürmend zu den Himmelspforten Spornst du die Sinne.

Drob wähnen viele, Sie können auch den Sonnenreigen fliegen Im Heldenspiele, Wo Adler kaum im kühnsten Fluge siegen.

Der Sonnenwächter Sieht traurig, wie sie fallen, Und hört, wie hier von unten schallen Spott und Gelächter.

Doch schwächern Flügeln, Die auch in süßer Töne Lust erbeben, Auf Blumenhügeln Ward ihnen holdes Schwingen, Klingen, Schweben,

In leichten Scherzen, In trauter Erdennähe Spielt zarte Lust und zartes Wehe Sich lieb vom Herzen.

Drum laß sie klingen Zu ihrem Sonnenglanz die Sonnenaare, Auf leisen Schwingen Durchflattre du der Birken grüne Haare,

In stillen Hainen Mit süßen Philomelen Sollst du dein süßes Leid erzählen Und still beweinen.

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