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1814

Das Lied vom Rhein an Niklas Becker

Ernst Moritz Arndt

Es klang ein Lied vom Rhein, Ein Lied aus deutschem Munde, Und schnell wie Blitzesschein Durchflog's die weite Runde,

Und heiß wie Blitzesschein Durchzuckt es jede Brust Mit alter Wehen Pein, Mit junger Freuden Lust.

Sein heller Widerklang Vom Süden fort zum Norden Ist gleich wie Wehrgesang Des Vaterlands geworden.

Nun brause fröhlich, Rhein: Nie soll ob meinem Hort Ein Welscher Wächter sein! Das brause fort und fort.

Und stärkrer Widerklang Gleich Pauken und Posaunen, Gleich kühnem Schlachtgesang Klingt Welschland durch mit Staunen –

Es klinget: Neue Zeit Und neues Volk ist da; Komm, Hoffart, willst du Streit! Germania ist da.

Drum klinge, Lied vom Rhein! Drum klinget, deutsche Herzen! Neu, jung will alles sein – Fort, fort die alten Schmerzen,

Der alten Wahne Tand! Alleinig stehn wir da Fürs ganze Vaterland, Jung steht Germania.

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