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1814

An die Deutschen

Ernst Moritz Arndt

Keine Träne, Hermann, für dein Volk? Keine Träne? und die Schande brennet, Und der Feind gebietet, wo die Freien Siegten und fielen!

Keine Stimme laut, wo Luther sprach? Alle Donner, die der Himmel sendet, Sollten rufen: Volk, erwache! feiges, Greife zum Schwerte!

Rache! Rache! Heißen, blut'gen Tod Sklavenfürsten und dem Knecht, der fliehet! Männerwort gefürchtet und gepriesen Männliche Tugend!

Ach wohin? Wo Winkelried erlag, Wilhelm schlug und Ruyter tapfer siegte, Auf den höchsten Alpen, in den tiefsten Sümpfen ist Knechtschaft.

Auch du, Hermann, auch du, kühnes Volk? Auf! erwache! schüttle deine Ketten, Daß die Schmach die Welt vernehme, bald auch Blutige Rache.

Lieder helfen hier und Mäler nicht. Mäler? Tief im Herzen sei das Denkmal, An dem Turm der selbstgebornen Tugend Hebe dich, Jüngling!

Und vorangeworfen kühn die Brust! Und empor das Auge zu dem Himmel! Hoch die Fahnen! Hoch zum Himmel! Höher Flammende Herzen!

Tod, du süßer, für das Vaterland! Süßer als der Brautgruß, als das Lallen Auf dem Mutterschoß des ersten Kindes, Sei mir willkommen!

Was das Lied nicht löset, löst das Schwert – Blinkend Heil, umgürte meine Hüften! Von der Schande kannst du Tapfre retten, Zierde der Tapfern.

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