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1814

1.

Ernst Moritz Arndt

Groß ist Gott! Es klingt sein mächtig Werde, Die Himmel wölben sich, Mit Blumen steigt empor die Erde,

Die Tiefe setzet sich! Der Jubelklang der Sterne, Des Menschen froher Lobgesang Tönt durch die Nähe, durch die Ferne

Den hohen Klang: Groß ist Gott, unendlich groß! Allmächtig ist Gott! Er hebet aus dem Staube,

Was niedrig ist und klein, Verwehet gleich dem Sand, dem Laube, Was waget frech zu sein, Er schlägt die schnöden Spötter,

Ihr stolzer Mut wird eitel Nichts, Er ist der höchste Gott der Götter, Der Gott des Lichts. Allmächtig ist Gott, der starke Gott.

Allmächtig ist Gott! Es zog in wilden Haufen Die Hölle trotzig aus, Sie prahlte: Meine Rosse saufen

Die tiefsten Ströme aus; Sie prahlte: Meinen Scharen Sind Meer und Länder untertan. Da kam der Himmelsheld gefahren –

Es lag ihr Wahn. Allmächtig ist Gott, der starke Gott. Barmherzig ist Gott! Er hat den Feind geschlagen,

Er hat mir Sieg verliehn; Was trotzig war, das muß verzagen, Was schwach war, das ist kühn; Er bricht die schweren Bande,

Er tilgt die fremde Tyrannei, Er rettet mich von Trug und Schande, Er macht mich frei. Barmherzig ist Gott, der fromme Gott.

Danket Gott! Er will sich gnädig weisen, Er führet unsern Krieg; Nicht unsre Hände, unsre Eisen:

Der Herr gab uns den Sieg. Drum fallet fröhlich nieder Und singt ihm lauten Lobgesang! Durch alle Herzen klinge wieder

Der hohe Klang: Groß ist Gott, unendlich groß!

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