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1864–1913

Wohin Du horchst ...

Wilhelm (Hg.) Arent

Wohin Du horchst, vernimmst Du den Hülferuf Der Noth! Wohin Du blickest, erschrecken Dich Gerungne Hände, bleiche Lippen, Welche des Todes Beschwörung murmeln!

Wohin Du helfend schreitest, versinkt Dein Fuß Im Koth der Lügen. – Selbstischer Dummheit voll Schreit dort ein Protz nach „Ordnung“, ihm ja Füllte der „gütige Gott“ den Fleischtopf.

„Reformation“, so heulen die Pfaffen rings. „Es muß die Kirche wieder im Geisterreich Als Herrin thronen: ihre Lehren Scheuchen das Sorgen um weltlich Wohlsein!“

Des Staates Herren hoffen des Staates Heil Vom sichren Maulkorb, welcher das Beißen wehrt, Sogar das unbequeme Bellen Wissen sie knebelgewandt zu dämpfen ...

In diesem dunkelflutenden Wogenschwall Wo ist der Boden, welcher den Anker hält? Wann naht der Gott im Sturm fahrend, Der die verpesteten Lüfte reinigt?

Wo blitzt ein Lichtstrahl kommenden Morgenroths An diesem nachtbelasteten Horizont? Wo sieht der Jugend Thatensehnsucht Flattern die Wimpel des fernen Zieles?

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