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1864–1913

Sie

Wilhelm (Hg.) Arent

Ein Thé dansant – langweilige Gesichter, Langweilig plump ist auch ein jeder Fuß – Schon brennen am Klavier die Schreckenslichter, Man ahnt gequält den kommenden Genuß.

Da sah ich sie – die Fee der Mondenstrahlen – Die rosig unter allen Basen stand – Ich wett', die Stiefelchen sind Wallnußschalen, Und Spinnweb ist das duftige Gewand!

Hin huschte sie – da schien es mir, es biegen Die Stühle sich der Zauberkönigin – – – Die beiden Füßchen, sieh zwei lose Fliegen Die huschen neckisch über'm Teppich hin.

Zwei wilde Fliegen hasten sie vorüber, Purr – surr, so tönt's dem bleichen Träumer zu – Da seufzt er auf, sein blaues Aug' wird trüber, Sie fing sein Herz in ihrem kleinen Schuh.

Und Hochzeit ward's. O süße, flücht'ge Stunde, Da endlich man zum ersten Mal allein! Die alte Wanduhr schnarrt' mit rauhem Munde Mißmuthig just ein lautes „Ein.“ –

Da klopfte er an seines Himmels Pforte, Ein leises Husten scholl zu ihm heraus – – O schöner wohl als alle leeren Worte Sagt dieser Klang: „Tritt ein, du bist zu Haus“ –

Schnell trat er ein – vom Kissen fast bedecket So lag sie da, ein wildes Vögelein – Ein Mäuschen, das sich zitternd hat verstecket, Da just der graue Kater tritt herein.

Da warf er sich, sie stürmisch küssend, nieder. Sie küßte wieder, doch so bang, so scheu – – Kehrt auch die schöne Stunde nimmer wieder, Sie schaffet schöne Stunden immer neu!

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