Skip to content
1864–1913

Pygmäen

Wilhelm (Hg.) Arent

Die Zeit ist todt, da große Helden schufen, Die mit der Fackel der Begeisterung, Mit kühn erhabenem Gedankenschwung Des Lebens florumhüllte Stufen

Und weiter – weiter bis zum Gipfel klommen, Wo ihnen vor den sehgewalt'gen Blicken Jach barst der Vorhang mitten in zwei Stücken – Wo über sie der Friede dann gekommen!

Die Zeit ist todt – die Zeit der großen Seelen – Wir sind ein ärmlich Volk nur von Pygmäen, ... Die sich mit ihrer Afterweisheit frevelnd blähen Und dreist sich mit der Lüge Schmutz vermählen –

Mit jener Lüge, die da Prunk und Kronen Um leere Schädel flicht – um schmale Stirnen Das Diadem der Gottentstammtheit schlingt – Die Weihrauchduft ohnmächt'gen Götzen bringt!

Was wir vollbringen, thun wir nach Schablonen, Und uns're Herzen schrei'n nach Gold und Dirnen – Und Keinen giebt's, der tief im Herzen trüge Den Haß, der aufflammt gegen diese Lüge –

Wir knieen Alle vor den Götzen nieder Und singen unserer Freiheit Sterbelieder!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Pygmäen · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove