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1864–1913

Psalm der Freude

Wilhelm (Hg.) Arent

Wenn auf der Bergeshöh' Unter dir Wolken ruh'n, Schleichende Wolken zieh'n – Reißen die Stürme hinein,

Fern durch den Wolkenspalt Glänzt dir ein Sonnenthal Schimmernd wie goldner Traum – Wenn dich herrlich umkrönt

Mit dem Flammenkranz Allliebender Sonne Wärmender Strahl, Daß du leuchtest

Ueber den Wolken – Wenn all' die Lust Und die Seligkeit Athmender Menschenkinder im Thal

Mächtig zum Busen dir drängt, Im Busen dir wiederklingt: O, wie groß, du gewaltige Welt des Staubs! –

Ja, Herz, du darfst in Demuth still Verehren all' das Himmlische, Du darfst es; streben, heilig Herz, Des Guten all' und Schönen dieser Welt

Dich würdig zu erweisen: Darfst sinken betend hin Vor der gewaltigen Feste des Alls Und Erd' und Himmel schauen,

Danken mit Wonneblick, Leuchtend im Wolkenreich Flüstern: o Glück Ein Mensch zu sein. –

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Psalm der Freude · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove