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1864–1913

Natur

Wilhelm (Hg.) Arent

Natur, allheil'ge Heilende Göttin, An deinen vollen, Nährenden Brüsten

Lieg' ich und schlürfe Milch des Lebens. Aus deinem Munde Geht des Windes

Wunderathem Und löscht mit schnell Vergang'nen Wetters Feuchtem Hauch

Der Wangen stürmisch Aus Herzenstiefen Steigende Hochgluth. Deiner Locken

Grüne Fluthen Wogen rauschend Ueber mir, Und nieder schaut

Dein blaues, klares, Glänzendes Auge Wonnig lächelnd. O, Lebensschauer

Der Weseneinheit, Verschlung'nes Weben Des Weltenall's! Ich seh' es fluthen

In ew'gem Strome, Ich seh' es wachsen Zu ew'gem Bau. Such' ich die Quelle,

So sprüht ein Nebel Und hüllt den Blick mir, Und wo begründet, Des Hauses Pfeiler,

Die Räthselstelle Ich fand sie nicht. Und dennoch bet' ich Voll süßen Grauens

Zu deiner Hoheit, Mutter Natur Und schlürfe durstend An deinen vollen,

Nährenden Brüsten Milch des Lebens.

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