Skip to content
1864–1913

Nachtwache

Wilhelm (Hg.) Arent

Um Haupt und Leib mir wallen Dunkle Nebel der Nacht, Auf Herz und Sinne fallen Finsternisse mit Macht.

Die düst'ren Wolken schreiten Drohend über das Land, Schatten vorübergleiten Und fassen mein Gewand.

Sie fassen an meine Seele Und greifen in mein Hirn, O lösche in Nacht und Schwele – Verlösche nicht mein Gestirn.

O wasche mit Feuerwellen Von meinem Busen die Schuld, Ström' über mich den hellen Glanz deiner Gnade und Huld.

Ich bin eine zitternde Leuchte, Ich bin ein schwaches Rohr – Du, schau meiner Augen Feuchte, Gnade führ' mich empor!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Nachtwache · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove