Skip to content
1864–1913

Mondnachtzauber

Wilhelm (Hg.) Arent

O wonniges Weben In Höhen und Tiefen Des wallenden Aethers! Wie selige Geister

Grüßen die Sterne, Die duftumflorten; Weihend waltet Die ewige Liebe.

Ich träume und träume ... Und wieder weckt Eine Welt von Empfindung Der Mondnacht Zauber

Im Busen mir. Tiefe Wehmuth füllt Mein einsames Herz. Lang', lang' ist's her ...

Tief schwamm der Mond Im Dämmer-Blau, Ein blasses Traumgesicht; Im nahen Korne nur

Zirpten die Grillen; Wie von Geisterhänden Magisch berührt Erzitterten leise

Des wilden Weins Phantastisch sich rankende Blätter und Blüthen ... Heiße Worte der Sehnsucht

Entrangen sich zögernd Dem tiefsten Grunde Meiner traumbeklomm'nen In heiligen Schauern

Erbebenden Brust. Köstlichstumme Selige Erwiderung Ward mir von deinen

Duftkeuschen Lippen, Du süße Frauenseele An meiner Seite. Eine Heilige, eine Madonna

Andachtumflossen In lichter Glorie Neigtest du lächelnd Dein liebliches Haupt

Und im Innersten traf mich Der Liebe Strahl Aus dem zarten Durchgeisteten Kinderantlitz.

Berauscht bis in's Mark Von deiner Engelsmilde Und frau'nhaften Weiche, O Anna,

Sank ich in's Knie Und küßte inbrünstig Immer wieder und wieder Deine feinen, weißen, duftigen Hände ...

Von der Blumen Balsam Lindkosend umflutet Verschwisterten sich In brünstiger Umarmung

In der Mainacht Gluthauch Die unsterblichen Seelen Zum ewigen Bunde ...

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Mondnachtzauber · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove