Skip to content
1864–1913

Meiner Seele Seele

Wilhelm (Hg.) Arent

Welch' Drang, welch Beben Durchgraut, durchzittert Wie wonniger Glücksahnung Jähe Gewißheit

Die qualmüden Sinne! Wie schrecklich-schön Blüht entgegen mir In flammenden Reizen

Deine süße Gestalt! Wie durchschau'rt mein Herz, Das liebeschmachtende, Deines schimmernden Gluthauges

Seligjubelnde Märchensprache! Ach, du bist meiner Sehnsucht Ziel ... Jauchzend grüß' ich dich: Meiner Seele: Seele!

Du bist's, die ich suchte In dunklen Mitternächten, Da ich rang und rang In stummer Verzweiflung

Und kein Stern mir winkte Vom grausamen Himmel ... Du bist's, die ich suchte, Wenn ich einsam trank

Des Frühlings frische Quellende Gluth Die in alle Poren mir drang, Den süßen Duft

Der über den Auen schwamm Und den Busen mir schwellte In heiliger Sehnsucht ... Du bist's, in dir wurzelt

Mit allen Fasern Mein ganzes Sein, Jede Knospe der Hoffnung, All' Frieden und Glück.

Gebannt in deiner Schönheit Magischen Lichtkreis Lass' mich träumend vergessen, Lass' Leben mich saugen

Von deinen Lippen, Im Schooße dir rasten: In holder Umarmung Schöpf' ich Erquickung

Wie der Baum aus der Erde ...

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Meiner Seele Seele · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove