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1864–1913

Meiner Mutter

Wilhelm (Hg.) Arent

Mutter, aus der Ferne eilst Du, Deinen Sohn zu sehen, Ach, die kranke Seele heilst Du, Linderst ihre Wehen.

Bin zermartert, bin zerschlagen Wie im Sturm die Eiche, Doch bei Dir vergeht mein Klagen, Gute, Milde, Weiche!

Wer der Zeit Meduse schaute Schon mit jungen Jahren, Wem's in Höllentiefen graute, Früh hinabgefahren:

Wen zu Eis der Frost des Lebens Oft das Herz erstarrt hat, Wen der Irrthum dunklen Strebens Trügerisch genarrt hat:

Laßt ihn in die treuen Augen Seiner Mutter blicken, Heiße Wonne wird er saugen Und sich heiß erquicken.

Mutter, aus der Ferne eilst Du, Deinen Sohn zu sehen, Ach, die kranke Seele heilst Du, Linderst ihre Wehen.

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