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1864–1913

Frühlingsmorgen

Wilhelm (Hg.) Arent

Leuchtend brach der Strahl der Sonne, Aus den weißen Nebelfluthen, Als ich heut' am frühen Morgen Durch die thaubenetzte Wiese

Kummervollen Herzens hinschlich; Und die morgenfrische Erde Streckte alle ihre Glieder, Blätter, Blüthen, Halme, Gräser –

Alle durstend ihm entgegen. Ach, wenn also Deiner Liebe Seligsüßer Strahl doch endlich Segnend auf mich niederthaute,

Jene Nebel hell durchbrechend, Die von allen Seiten trübe Meines Lebens Pfad umfließen – Wenn ich endlich, gleich der Erde,

Die im Glanz der Sonne badet, In dem Glanze Deiner Liebe Meine Seele baden dürfte!

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Frühlingsmorgen · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove