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1864–1913

Es lebt ein Gott ...

Wilhelm (Hg.) Arent

„Es lebt ein Gott, der Schöpfer des Weltenrunds,“ So sagen sie. Doch, geben sie Kunde auch, Ob von dem Funkeln, das den einen Tropfen im Meere des Alls umleuchtet,

Ob er vom Ringen menschlicher Nichtigkeit Jemals vernahm? „Allmächtig und liebevoll Ist er, vor seinen Vaterblicken Birgt im unendlichen Raum sich Niemand,

Kein Schmerz ist ihm, kein Jubel der Freude fremd, Den Gott der Liebe nennen ihn Alle ja.“ – So sieht er also dieser Erde Nimmer ermessene Jammerwüste?

Er sieht das Edle unter den Fuß gestampft Des Tiefgemeinen? Siehet in Qual und Staub Sich wälzen Millionen Herzen, Blutend, gemartert ein qualschweres Dasein?

Und endets nicht? Und trümmert und schmettert nicht Die Welt in's wahnlos friedliche Nichts zurück? – Den Gott grausamer wär' er wahrlich, Als der verworfenste Menschenbube!

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Es lebt ein Gott ... · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove