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1864–1913

Erwachen

Wilhelm (Hg.) Arent

Einen weißen Federflaum Fand am Fenster ich den Morgen, Als der Tag aus wirrem Traum Mich erweckt zu süßen Sorgen.

Und ich blick' erstaunt hinauf An den frischen Morgenhimmel, Sehe dort in leisem Lauf Ziehn der Wolken leicht Gewimmel.

Ja, sie ziehn in breitem Zug Zwischen mir und jener Gegend. – Ist es Wahrheit? Ist es Trug? Sind's nicht Schwäne flügelregend?

Ist mein Liebchen gar vielleicht Solch ein heimlich Zauberwesen, Das als Schwan die Luft durchstreicht, Wie in Märchen ich gelesen?

Schön in menschlicher Gestalt, Hat sie traut besucht mich gestern, Nachts in Zauberbanns Gewalt Schwärmt sie mit den Schwanenschwestern.

Fliegt bis an mein Fensterbrett, Putzt das weiße Schwangefieder, Während einsam ich im Bett, Wälze sonder Ruh die Glieder.

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Erwachen · Wilhelm (Hg.) Arent · Poetry Cove