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1864–1913

À la Gabriel Max

Wilhelm (Hg.) Arent

O laß mich, laß mich, Du blasse Dirne, Du so heiß begehrtes, So schnöde verdammtes

Kind der Sünde! Was soll das Lächeln, Da sinnverwirrende, Das den reizenden

Kleinen schwellenden Mund Dir so lieblich umknospet? Was soll deiner großen Nachtschwarzen Kinderaugen

Wehmüthige Räthselfrage, All' die bachantische Glut, All' das lustsatte Leid, Das dein müdes Gesichtchen

Mir wechselnd kündet? Ich kann dich nicht retten Aus dem Pfuhl der Verderbniß, Du schöne Verlorene! ...

Nicht darf ich mehr bergen Dein süßes Lockenhaupt An meine starke Pochende Männerbrust,

Nicht mehr mit zitternden Fingern Voll seliger Trunkenheit Wühlen in deinem Seidenhaar. Ich lieb' eine Andere! ...

Wie du mich liebst Mit all' der Stärke und Reine Und thaufrischen Frühlingsempfindung All' der herzfüllenden Leidenschaft

Der wahren Liebe! – – – Ach, nicht deiner Seele Holdes Geheimniß Suchte ich brünstig,

Aug' in Auge gesenkt Lippe hangend an Lippe In der Wollustumarmung Wildlodernder Küsse,

Nur deines Leibes Jungfräulich herber Berauschender Dufthauch Trieb mich fiebernd

In deine weichen Arme, Daß ich wild an mich preßte Deiner weißwogenden Brüste Schimmernde Fülle,

Zu sättigen der Sinne Ewig rege Dämonen ... Ich kann dich nicht retten ... O fluche nicht dem Unseligen!

Auch ich bin gebannt In sternlose Nacht Wie du; Unstät und flüchtig

Muß ich weiter irren Durch pfadleere Wüste, Stumm weiterschleppen Die Qualenlast

Nie gestillter Sehnsucht.

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