Ein andert
1. Reif ab reif ab dů kalter sne
Dů thů[e]st vns armenn Reůtern wehe,
Wes sollen wir vns ernehren
Wan wir die straesen nicht [re]iden můegen
wes haben wir zů verzehrenn?
2. Wir treiben heraůß die lemer vnnd schaff,
So sehen vns dann die wacker braůnmedtlein nach
dar thůenn wir die roeslein sprengen
So reiten wir důrch den groenen waltt
die voegelein hoerenn wir singenn.
3. Wir kamen vůr einer wirdtinnenn haůss
der wierdt der war zům haůs heraůß
Das frewlein lag vf hoher zinnenn,
Nhů hab ich all die Reůtter lieb
Vmb meines boelen willenn.
4. Jch hilt den reůter vůr einenn heltt,
der sich ein wacker braůnmedtlein hat aůserweltt
Stedig bey ir zů pleibenn,
Vnnd velt vnns dahn der winter zů schwar
Den sommer scheint vns die sonne.
5. Vnd wan ich mich thůenn bedenckenn recht,
So bin ich vůrwahr ein armer Knecht,
do[ch] will ich [sey] nicht vfgebn,
Sey ist mir holtt,
das [weis] ich [woll]
dweil ich hab das leben. :/:
6. Wer ist der vns dis liedtlein new gsanngk
Ein freier Hoffmahn ist ers genandt,
Er hadts gar wol gesůngenn,
Er hatt ein wacker braůnsmedtlein im hertzen lieb
Zů ihr kůndt er nicht kommen :/: