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1574

Niederrheinische Liederhandschrift von 1574

Anoniem

Ein andert 1. Reif ab reif ab dů kalter sne Dů thů[e]st vns armenn Reůtern wehe, Wes sollen wir vns ernehren Wan wir die straesen nicht [re]iden můegen wes haben wir zů verzehrenn?

2. Wir treiben heraůß die lemer vnnd schaff, So sehen vns dann die wacker braůnmedtlein nach dar thůenn wir die roeslein sprengen So reiten wir důrch den groenen waltt die voegelein hoerenn wir singenn.

3. Wir kamen vůr einer wirdtinnenn haůss der wierdt der war zům haůs heraůß Das frewlein lag vf hoher zinnenn, Nhů hab ich all die Reůtter lieb Vmb meines boelen willenn.

4. Jch hilt den reůter vůr einenn heltt, der sich ein wacker braůnmedtlein hat aůserweltt Stedig bey ir zů pleibenn, Vnnd velt vnns dahn der winter zů schwar Den sommer scheint vns die sonne.

5. Vnd wan ich mich thůenn bedenckenn recht, So bin ich vůrwahr ein armer Knecht, do[ch] will ich [sey] nicht vfgebn, Sey ist mir holtt, das [weis] ich [woll] dweil ich hab das leben. :/:

6. Wer ist der vns dis liedtlein new gsanngk Ein freier Hoffmahn ist ers genandt, Er hadts gar wol gesůngenn, Er hatt ein wacker braůnsmedtlein im hertzen lieb Zů ihr kůndt er nicht kommen :/:

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