[101] Ein annder
Mein hertzigs lieb, ich mich stetz ieb, nach dir jn allenn erhe, Aůch einiger trost, mein hoffnůng groß, hertzlich zů dir thůitt kerenn, Darůmb ich kein tag, aůch wieder nachtt, ohn dich kan raůwig pleibenn, allein dů mich, erfrewest hertzenlich, von mir thůe dů nitt weichenn.
Ach Jůngelinck rein, das hertze mein thůitt all so gar versinckenn, Aůch wen dů wist, wie mein hertz ist, nach dir wůrstů dich krencken, hertzliebster gesell von mir nitt stell, gned machs dů hir woll finden, wan mein gantz hertz, vor grossem schmertz, will mir nach dir verschwinden.
Schone Jůnckfraw mir aůch vertraw, als ich dir thůn sagenn, Nůr dir allein, Jn treůwenn mein, Darůmb thůns heimlich wagenn, ohn argeliste, dů bei mir bist, dweill mir daß lebenn haben, Den willen dein, setz gar darjn, Darmitt mein hertz wůrst habenn.
Hilff Venůs schier, Jn rechter gir, Jn lieb hast mich verstrickett, Wan ich ansehe dich jungelinck hie, So ist mein hertz erqůickett, Sweig dů nhůr nů still, Dir wůrtt dein wil,
nach deinem hertzenn erscheinen, allein mirck mich, das du aůch dich der erhe thůist nitt verneinen.
Hertz Jůnckfraw zartt, weiblicher artt, dir gib ich mich vůr eigenn, glaub dů mir, dů hochste zeir, von dir will ich nitt weichen, Daraůff auch ich, hab stettigs dich den kuiß will ich dir gebenn ein kronn gůitt hab gůtenn můitt, Dweill wir haben das leben.
Hertz Jůngelinck schon dir underthan, mein lieb dir hir můs werden Jn warheitt sag das ich mein tag kein lieber gehabtt aůff erdenn, Darůmb Jůngelinck miltt, thů waß dů wiltt, mein leib, thu ich dir gebenn, Von dir allein, hertz lieb zu sein Jn allem meinem leben.
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