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Sie übergibt dem Jesulein ihr Herze

Angelus Silesius

Ich komm zu dir, mein Jesulein, Mit kindlichen Geberden, Auf daß mein Herz von seiner Pein Durch deines frei soll werden.

Nimm hin mein Herz, o Jesulein, Mach es rein Wie dein eignes Herzelein. Es ist verdorrt und ohne Kraft,

Vom Reif fast gar verdorben. Tränkt es nicht deiner Gottheit Saft, So bleibt es ganz erstorben. Nimm hin mein Herz, o Jesulein,

Flöß ihm ein Deines süßen Herzens Wein. Es seufzt und ächzet Tag und Nacht, Daß es hat dich verloren,

Dich, der du es zu dir gemacht Und vor der Welt erkoren. Nimm hin mein Herz, o Jesulein, Schließ es ein

In dein heilges Herzelein. Es sehnet sich ganz inniglich, Dir wieder einzuleiben Und deinem Herzlein ewiglich

Ein treues Herz zu bleiben. Drum nimm es hin, mein Jesulein, Laß es sein Eins mit deinem Herzelein.

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