Liebster Bräutgam, denkst du nicht
An die teure Liebespflicht,
Da du dich mit tausend Wunden
Meiner Seelen hast verbunden?
Denkst du nicht an deinen Spott,
An das Kreuz und an die Not
Und an deiner Seelen Leiden,
Da sie sollte von dir scheiden?
Weißt du wohl, daß deine Pein
Mein Erlösung sollte sein?
Und wie muß ich dann auf Erden
Noch so lang gequälet werden?
Bin ich dir als eine Braut
Schon verlobet und vertraut,
Warum läßt du meine Seele
In des Leibes Trauerhöhle?
Bin ich dein und bist du mein,
Warum läßt du mich allein?
Warum willst du mich, mein Leben,
Nicht alsbald zu dir erheben?
Ich verschmachte vor Begier,
Die mein Herze hat nach dir.
Ich vergehe vor Verlangen,
Dich zu sehn und zu umfangen.
Denke doch, o Gottes Lamm,
Daß du bist mein Bräutigam.
Denke, daß dirs will gebühren,
Deine Braut zur Ruh zu führen.
Nimm mich, Liebster, in dein Reich,
Mach mich den Erlösten gleich.
Nimm mich aus der Trauerhöhle,
Jesu, Bräutgam meiner Seele.