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Sie beklagt ihn bei dem Grabe

Angelus Silesius

Ihr alle, die ihr Jesum liebt, Seid traurig und betrübt! Er, der wahre Gottes Sohn, Der da saß auf Vaters Thron,

Wird ins Grab geleget. Schau, Braut, hier liegt dein Bräutigam, Dein Hirt und auch dein Lamm! Deines Herzens Trost und Ruhm,

Deiner Seelen Eigentum, Schau, er ist gestorben. O großes Leid, o bittre Not! Was ist das für ein Tod!

Alles, was die ganze Welt Und der Himmel in sich hält, Das muß ihn beklagen. Ach, ach wie liegt er so verkalt,

Verblasset und verstalt! Seiner Augen Freundlichkeit, Seiner Stirne Herrlichkeit Ist nun ganz verschwunden.

O Menschenkind, bedenk es wohl. Was dies bedeut und soll! Deine Sünd und Missetat Ists, die ihn getötet hat

Und ins Grab versenket. Wie selig ist der, weil er lebt, Sich selbst mit ihm begräbt! Der von Sünden abesteht

Und durch seinen Tod eingeht In ein besser Leben. Drum fall ich auch nun zu dir hin, Mein Jesu, wie ich bin.

Denn ich will, o Gott, mit dir Sein begraben für und für, Bis ich auferstehe.

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