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Die Psyche opfert dem Jesulein

Angelus Silesius

Sei gegrüßet und geküsset, Allerliebstes Jesulein. Mit Vertrauen dich zu schauen, Komm ich in den Stall herein.

Große Wonne, liebste Sonne, Hat dein Aufgang mir gemacht. Neues Leben hat mir geben Dein Erscheinen in der Nacht.

O du schöner Nazarener, Sei gelobet und gepreist Für die Güte, die‘s Gemüte Deiner Gottheit mir beweist.

Dir mein Leben zu ergeben, Komm ich jetzt nach Schuld und Pflicht. Edler Knabe, nimm die Gabe Und verschmäh mein Armut nicht.

Meine Seele mit der Höhle, Ihrem Leibe, geh ich dir. Mein Gemüte, mein Geblüte Soll dir dienen für und für.

Gold der Liebe, die ich übe, Weihrauch der Andächtigkeit, Myrrhn der Zähren, die stets währen, Opfr ich dir mit Innigkeit.

Nimm mein Herze, güldne Kerze, Und entzünd es heiliglich. Mach es reine wie das deine Und zerschmelz es ganz in dich.

Gib mir Gaben, die mich laben, Die mich stärken in der Zeit, Daß ich bleibe deinem Leibe Eingepfropft in Ewigkeit.

Alsdann werd ich hoch erfreulich Deine Klarheit schauen an. Für ihr Grünen sie bedienen, Ehrn und rühmen, wie ich kann.

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