Skip to content
1794

Die Rose im November

Charlotte von Ahlefeld

Herbstlich rauh verödet sind die Fluren, Und verschwunden ist des Sommers Glanz; Dennoch reich' ich eine seiner Spuren Glühend Dir zum jugendlichen Kranz.

Diese Rose, die sich spät erschlossen, Dufte Lenzgefühl Dir in die Brust. – Ach sie hat die Sonne nicht genossen, Nicht der milderen Entwicklung Lust.

Feuchte Lüfte haben sie erzogen, Dennoch trotzte sie mit innrer Kraft, Still und schweigend kalten Nebelwogen, Und des Sturmes wilder Leidenschaft.

Dir, der tiefe Innigkeit und Güte Mitgefühl für stumme Schmerzen reicht, Sage ihre bald verwelkte Blüthe Welchem Loos ihr trübes Schicksal gleicht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.