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[Wie lange soll mich kräncken]

Hans Aßmann von Abschatz

Wie lange soll mich kräncken Ein traurig Angedencken Der vor-gepflognen Lust Nachdem ich müssen scheiden

Mit Widerwillen meiden Lisillens zarte Brust! Die Liebe will mir sagen Sie soll im Hertzen tragen

Die Hoffnung mich zu sehn Das meine soll ingleichen Nicht von der Meynung weichen Es werde bald geschehn.

Sie saget: Wenn dem Hertzen Die überstandnen Schmertzen Beliebt und süsse seyn So soll vielmehr die Freude

Die ich voritzo meide Mit Lust mir kommen ein. Schweig Feindin voller Tücke! Wie sehr mir mein Gelücke

Vorhin gefallen wohl So sehr kränckt izt die Sinnen Was sie nicht haben künnen Und ich entbehren soll.

Kein Hoffen kein Ergötzen Kan den Verlust ersetzen Den ich gehabt an ihr: Es wachsen meine Wunden

Wenn mir die süssen Stunden Im Hertzen kommen für. Ich weiß was mir genommen Obs möchte wiederkommen

Weiß weder sie noch ich. Die Mittel sind zu linde Der Pein die ich empfinde Kein Arzt weiß Rath für mich.

Ach könt ich nur versencken Mein taurigs Angedencken Der vorgepflognen Lust! Gedächt ich nicht ans Scheiden

So wäre mir kein Leyden Und keine Noth bewust.

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