Was wilt du stiller Celadon Bey Leuten eitler Sinnen machen Wo Trug und List ein herber Lohn Auff treuer Unschuld Schaden wachen?
Der Kittel alter Redligkeit Ist für die Mode-Welt ein viel zu schlechtes Kleid. Wer anders sagt und anders denckt Bey Höll und Himmel sich verschweret
Sein Hertze dar und hier verschenckt Und doch an keinem Ort gewehret Verstehet seine Sachen wohl Und weiß wie er sich recht bey Leuten halten soll.
Ich habe zwar vom Amadiß Die meisten Theile durchstudiret Ich weiß was zu der Argenis Für Wort' ihr Poliarchus führet
Der Schäffereyen schönes Land Und Zipriens Parnaß ist mir nicht unbekandt. Papier und Feder schämt sich nicht Läst wohl ein eitles Wort entfliegen
Hat eh ein Liedchen eingericht Der Leute Willen zu vergnügen; Doch kömmts zum Reden so hats Noth Die Zunge wird mir schwer die Wangen werden roth.
Ich kan mich an die Heucheley Und Hinterlist der Welt nicht binden Noch in die schnöde Sclaverey Gezwungner Höfligkeiten finden.
Bin allzu sparsam stets verliebt Für Leute freyen Sinns zu stille zu betrübt. Was meinen Augen nicht gefällt Drum kan ich mich nicht viel bemühen
Und solt ich allen Haß der Welt Mir drüber auff den Nacken ziehen. Ich halt auff meiner Freyheit Recht Weil mich der Himmel nicht gezeuget einen Knecht.
Die Redligkeit mein bestes Gutt Kan ich niemahls von Sinne lassen Ich will mir einen frischen Mutt Zu Trotze meinen Neidern fassen:
Laß Sturm und Wetter um mich seyn Ich hülle mich getrost in meine Tugend ein. Wer nicht mein stilles Wesen liebt Kan meine Gegenwart nur meiden
Ich werde mich gantz unbetrübt Von seiner rohen Seite scheiden Beständigkeit und reine Treu Ist mein gewisser Schmuck und beste Liverey.
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