Keine Sonn in kurtzem sieht der sonst heitre Tag erscheinen
Wer zum frühen Morgen lacht muß auf späten Abend weinen
Sizt er in der glatten Schoß
An Vermögen reich dem Glücke:
Wie ist er im Augenblicke
So von Gutt und Hoffnung bloß.
Hat jemand so haben wir diß nur allzuviel erfahren
Unser Glücke strich dahin eh wir dessen fähig waren.
Nichts als ein getreuer Sinn
Nichts als redliche Gemütter
Ist vom Schiffbruch unsrer Gütter
(edles Kleinod!) der Gewinn.
Diese diese wie wir sie allbereit verwechselt haben
Wollen wir in eine Grufft neben unsern Leib vergraben.
Treues Hertze treue Hand
Müssen sie sich izt gleich schmiegen
Unter fremden Füssen liegen
Gehen doch durch jedes Land.
Liebet das Verhängnis gleich unsre Gegenwart zu trennen
Soll doch dessen strenge Macht unsre Freundschafft nicht er-
Die auff ewig steiff und fest
An welch End und Ort der Erden
Sie auch mag verschlagen werden
Ihre Flammen scheinen läst.
Wer weiß was das Glücke noch ein und andern kan bescheren
Wo dir das Verhängnis noch in die Armen kan gewähren