Die Flutten die du siehst von meinen Augen rinnen
Lieb-werthe Rosilis sind nicht gemeine Thränen
Wie deine Göttligkeit wohl irgend möchte wehnen!
Wo wolt ich solche Ström und Bäche fassen künnen?
Sie werden ausgebrennt vermittelst meiner Sinnen
Von Liljen deiner Schos von Rosen deiner Wangen
Und müssen den Geruch von deiner Gunst erlangen
Dem keine Specerey den Preiß wird abgewinnen.
Die Liebe giebt die Glutt der Ofen steht im Hertzen
Der dicken Seufftzer Wind bläst mir das Feuer auff
Der Augen Helm vergönnt dem Wasser freyen Lauff
Und weil so hitzig ist die Flamme meiner Schmertzen
So müssen in die Höh so viel der Dünste steigen
Und durch der Augen Röhr ohn Ende sich verseygen.